LICHT · 2 MINUTEN LESEZEIT
Fensterlicht ohne Eile
Ein Fenster ist eine gut zugängliche Lichtquelle, weil sich die Wirkung durch kleine Bewegungen verändern lässt. Für eine erste Studie genügt ein ruhiger Gegenstand auf einem Tisch: eine Schale, ein gefaltetes Tuch oder ein Buch. Ein schlichter Hintergrund macht die Unterschiede leichter erkennbar.
Mit seitlichem Licht beginnen
Steht das Fenster seitlich zum Motiv, werden eine helle und eine dunklere Seite sichtbar. Formen lassen sich dadurch oft gut lesen. Der Gegenstand muss dafür nicht im direkten Sonnenstrahl stehen. Ein heller, bedeckter Himmel oder ein Platz etwas neben dem Fenster kann weichere Übergänge liefern. Ein dünner Vorhang verändert das Licht ebenfalls, sollte aber bei allen Vergleichsbildern gleich bleiben.
Den Abstand verändern
Nun wird das Motiv in kleinen Schritten vom Fenster wegbewegt. Dabei verändern sich Helligkeit und Verhältnis zum Hintergrund. Für einen brauchbaren Vergleich sollten Kamera, Blickwinkel und Ausschnitt möglichst gleich bleiben. Bei automatischer Belichtung lohnt sich ein Blick darauf, ob das Gerät die Unterschiede von selbst ausgleicht. Eine gespeicherte Belichtung oder eine manuelle Einstellung kann den Vergleich deutlicher machen.
Die Schattenseite bewusst lassen
Ein weißes Blatt auf der dunklen Seite wirft etwas Licht zurück. Näher am Motiv wirkt es stärker, weiter entfernt schwächer. Es muss nicht jede dunkle Stelle aufgehellt werden. Manchmal wird die Form gerade durch einen ruhigeren Schatten verständlich.
Zum Abschluss genügen drei Bilder: ohne Aufhellung, mit naher und mit weiter entfernter weißer Fläche. Nebeneinander betrachtet zeigen sie, wie wenig Material nötig ist, um den Eindruck eines Gegenstands sichtbar zu verändern.